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Mannheimer Morgen, 7. Februar 2007

Alltag in dunkler Zeit
Die Deutschen 1918 bis 1945

Es ist eine dunkle Zeit, in die Rolf Hosfeld und Hermann Pölking im zweiten Band ihrer auf vier Teile konzipierten Reihe über „Die Deutschen“ blicken. Es geht um den Zeitraum 1918 bis 1945 –as heißt, der Erste Weltkrieg war gerade überstanden, doch die Währungsreform 1929 als Beginn der Weltwirtschaftskrise und die Zeit des Nationalsozialismus mit der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges stand noch bevor. Die Autoren haben jedoch in erster Linie nicht die große Politik im Visier – sie bietet gleichsam nur den Rahmen – sondern dne ganz gewöhnlichen Alltag. Wie der in verschiedenen Regionen des Reiches ausgesehen hat, ist meist gerade nicht Bestandteil von Geschichtsbüchern.

Genau hier liegt das Verdienst der Verfasser. Auf der Grundlage von rund 60.000 größtenteils unbekannten Fotografien und fast 2.000 Filmen, die noch nie gezeigt wurden, haben sie ihre komplette Zeitreise der Jahre 1915 bis heute gegründet. Dazu durchkämmte Hermann Pölking während des vergangenen Jahrzehnts Archive des Staates, der Kommunen, von Institutionen und Firmen. Unter seinen nicht selten frappierenden Fundstücken finden sich Aufnahmen von Profis wie von Amateurfilmern – und das ganze stellt Rolf Hosfeld in einen politischen Zusammenhang. Abgerundet wird auch der jetzt vorliegende zweite Teil durch Gespräche mit Historikern. Diesmal handelt es sich um Heinrich August Winkler (Humboldt-Universität), Wofgang Benz (TU Berlin) und Hans-Ulrich Thamer (Universität Münster). Die interessante Kombination aus Buch und DVD bietet eine multimediale Zeitreise in ein fast unbekanntes Deutschland – informativ, spannend und unterhaltsam.(Hdf)