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Jeversches Wochenblatt, 18. November 2006

Serienstart „Die Deutschen“ – Wie sie waren und sind

Unter dem schlichten Titel „Die Deutschen“ legen der Journalist Rolf Hosfeld und der Dokumentarfilmer Hermann Pölking ein einzigartiges Buch- und Filmprojekt vor. Als erster von vier Teilen erschien jetzt „Die Deutschen 1945 bis 1972. Leben im doppelten Wirtschaftswunderland“ als Zeitreise in Bildern und drei DVDs.

Im Mittelpunkt steht dabei das Alltagsleben der Deutschen, und deshalb zeigen die rund 220 Filmszenen aus knapp drei Jahrzehnten weniger die meist bekannten Archiv-Aufnahmen. Statt solcher Dokumentationen erleben wir einmaliges Filmmaterial, das Pölking über Jahre aus Privatbeständen oder Regionalarchiven gesammelt hat. Da sieht man auch Sequenzen von Amateurfilmern vom Familienalltag 1947, aus einer Dorfschule 1958 oder über ein ostdeutsches Konsument-Kaufhaus von 1968. Aus diesem Jahr ist allerdings auch eine Sequenz über die Rückkehr von DDR-Truppen aus Prag dabei, und die DVDs enden mit Aufnahmen von Willy Brandts Besuch in Erfurt 1970. Besonders positiv zu erwähnen sind die vielfältig dargestellten Unterschiede zwischen BRD und DDR bis hin zur Wahlkampfwerbung Ost und West. Vertieft werden die kommentierten Filmszenen durch das detaillierte Begleitbuch, das parallel dazu auch politisch und zeitgeschichtlich den gesellschaftlichen Hintergrund aufzeigt. Hier finden sich dann auch die in den Filmen wenig vorkommenden Persönlichkeiten, die das Zeitgeschehen prägten, wie Adenauer und Ulbricht. Auch hier wird eine Fülle größtenteils kaum bekannter Bilder geboten und ebenso wertvolles Kartenmaterial. In dieser außerordentlichen Kombination werden die teils parallelen, teils auseinanderstrebenden Entwicklungen beider deutscher Staaten in so nie dagewesener Weise veranschaulicht. Ob Flüchtlingselend und alliierte Reibereien, ob Wirtschaftsaufschwung und Volksaufstand von 1953, ob Mauerbau oder Aufbegehren der Jugend im Westen – alles wird zu einem Gesamtbild zusammengefügt.